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Patienten, bei denen eine Sepsis diagnostiziert wird, müssen in der Regel auf der Intensivstation behandelt werden. Es geht darum zu verhindern, dass sich Bakterien und Pilze weiter im Körper ausbreiten. Man muss schnell die richtigen Antibiotika geben, meistens Breitband-Antibiotika. Das beruht auf Erfahrungswerten; um gezielt behandeln zu können, muss das Blut mikrobiologisch untersucht werden.
Wenn sich eine Infektion, zum Beispiel nach einem Insektenstich, im Körper ausbreitet, kommen Giftstoffe und Erreger in den Blutkreislauf und weiter zu Organen wie Herz oder Lunge. Der Blutdruck sinkt rasch, die Folge ist eine Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff, was zu einem Multiorganversagen führen kann. Der Infektionsherd muss deshalb per chirurgischem Eingriff rasch entfernt werden.
Ich habe kürzlich in einer Apothekenzeitschrift gelesen, dass jährlich 150.000 Menschen in Deutschland eine Blutvergiftung erleiden. Mehr als ein Drittel stirbt an der Sepsis, weil die richtige Therapie zu spät einsetzt. Der Kreislauf muss sofort stabilisiert und Flüssigkeit intravenös verabreicht werden. Intensivmediziner unterstützen die Lungenfunktion des Patienten durch künstliche Beatmung.